{"id":158,"date":"2019-12-03T00:00:34","date_gmt":"2019-12-02T23:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/?p=158"},"modified":"2019-12-03T11:05:46","modified_gmt":"2019-12-03T10:05:46","slug":"der-froschkoenig-oder-der-eiserne-heinrich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/der-froschkoenig-oder-der-eiserne-heinrich\/","title":{"rendered":"Der Froschk\u00f6nig oder der eiserne Heinrich"},"content":{"rendered":"<div   data-size='no scaling'  data-lightbox_size='large'  data-animation='slide'  data-conditional_play=''  data-ids='45'  data-video_counter='0'  data-autoplay='false'  data-bg_slider='false'  data-slide_height=''  data-handle='av_slideshow'  data-interval='5'  data-class=' avia-builder-el-0  el_before_av_one_full  avia-builder-el-first  '  data-el_id=''  data-css_id=''  data-scroll_down=''  data-control_layout='av-control-hidden'  data-custom_markup=''  data-perma_caption=''  data-autoplay_stopper=''  data-image_attachment=''  data-min_height='0px'  class='avia-slideshow avia-slideshow-1  av-control-hidden av-default-height-applied avia-slideshow-no scaling av_slideshow  avia-builder-el-0  el_before_av_one_full  avia-builder-el-first   avia-slide-slider '  itemprop=\"image\" itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/ImageObject\" ><ul class='avia-slideshow-inner ' style='padding-bottom: 41.35%;' ><li  class=' av-single-slide slide-1 ' ><div data-rel='slideshow-1' class='avia-slide-wrap '   ><img src='http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/03_pnet_Adventskalender2019_Web-Header_froschkoenig.jpg' width='2000' height='827' title='' alt=''  itemprop=\"thumbnailUrl\"   \/><\/div><\/li><\/ul><\/div>\n<div class=\"flex_column av_one_full  flex_column_div av-zero-column-padding first  avia-builder-el-1  el_after_av_slideshow  avia-builder-el-last  \" style='border-radius:0px; '><section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><p class=\"maerchen\">In den alten Zeiten, wo das W\u00fcnschen noch geholfen hat, lebte ein K\u00f6nig, dessen T\u00f6chter waren alle sch\u00f6n; aber die j\u00fcngste war so sch\u00f6n, da\u00df die Sonne selber, die doch so vieles gesehen hat, sich verwunderte, sooft sie ihr ins Gesicht schien. Nahe bei dem Schlosse des K\u00f6nigs lag ein gro\u00dfer dunkler Wald, und in dem Walde unter einer alten Linde war ein Brunnen; wenn nun der Tag recht hei\u00df war, so ging das K\u00f6nigskind hinaus in den Wald und setzte sich an den Rand des k\u00fchlen Brunnens\u00a0\u2013 und wenn sie Langeweile hatte, so nahm sie eine goldene Kugel, warf sie in die H\u00f6he und fing sie wieder; und das war ihr liebstes Spielwerk.<\/p>\n<p>Nun trug es sich einmal zu, da\u00df die goldene Kugel der K\u00f6nigstochter nicht in ihr H\u00e4ndchen fiel, das sie in die H\u00f6he gehalten hatte, sondern vorbei auf die Erde schlug und geradezu ins Wasser hineinrollte. Die K\u00f6nigstochter folgte ihr mit den Augen nach, aber die Kugel verschwand, und der Brunnen war tief, so tief, da\u00df man keinen Grund sah. Da fing sie an zu weinen und weinte immer lauter und konnte sich gar nicht tr\u00f6sten. Und wie sie so klagte, rief ihr jemand zu: \u00bbWas hast du vor, K\u00f6nigstochter, du schreist ja, da\u00df sich ein Stein erbarmen m\u00f6chte.\u00ab Sie sah sich um, woher die Stimme k\u00e4me, da erblickte sie einen Frosch, der seinen dicken, h\u00e4\u00dflichen Kopf aus dem Wasser streckte. \u00bbAch, du bist\u2019s, alter Wasserpatscher,\u00ab sagte sie, \u00bbich weine \u00fcber meine goldene Kugel, die mir in den Brunnen hinabgefallen ist.\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbSei still und weine nicht,\u00ab antwortete der Frosch, \u00bbich kann wohl Rat schaffen, aber was gibst du mir, wenn ich dein Spielwerk wieder heraufhole?\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbWas du haben willst, lieber Frosch,\u00ab sagte sie; \u00bbmeine Kleider, meine Perlen und Edelsteine, auch noch die goldene Krone, die ich trage.\u00ab Der Frosch antwortete: \u00bbDeine Kleider, deine Perlen und Edelsteine und deine goldene Krone, die mag ich nicht: aber wenn du mich liebhaben willst, und ich soll dein Geselle und Spielkamerad sein, an deinem Tischlein neben dir sitzen, von deinem goldenen Tellerlein essen, aus deinem Becherlein trinken, in deinem Bettlein schlafen: wenn du mir das versprichst, so will ich hinuntersteigen und dir die goldene Kugel wieder heraufholen.\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbAch ja,\u00ab sagte sie, \u00bbich verspreche dir alles, was du willst, wenn du mir nur die Kugel wieder bringst.\u00ab Sie dachte aber: Was der einf\u00e4ltige Frosch schw\u00e4tzt! Der sitzt im Wasser bei seinesgleichen und quakt und kann keines Menschen Geselle sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-358 alignleft\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Froschk\u00f6nig_Variante-480x480.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"480\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Froschk\u00f6nig_Variante-480x480.jpg 480w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Froschk\u00f6nig_Variante-600x600.jpg 600w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Froschk\u00f6nig_Variante-768x768.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Froschk\u00f6nig_Variante-36x36.jpg 36w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Froschk\u00f6nig_Variante-180x180.jpg 180w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Froschk\u00f6nig_Variante-705x705.jpg 705w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Froschk\u00f6nig_Variante.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>Der Frosch, als er die Zusage erhalten hatte, tauchte seinen Kopf unter, sank hinab, und \u00fcber ein Weilchen kam er wieder heraufgerudert, hatte die Kugel im Maul und warf sie ins Gras. Die K\u00f6nigstochter war voll Freude, als sie ihr sch\u00f6nes Spielwerk wieder erblickte, hob es auf und sprang damit fort. \u00bbWarte, warte,\u00ab rief der Frosch, \u00bbnimm mich mit, ich kann nicht so laufen wie du!\u00ab Aber was half es ihm, da\u00df er ihr sein Quak, Quak so laut nachschrie, als er konnte! Sie h\u00f6rte nicht darauf, eilte nach Hause und hatte bald den armen Frosch vergessen, der wieder in seinen Brunnen hinabsteigen mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Am andern Tage, als sie mit dem K\u00f6nig und allen Hofleuten sich zur Tafel gesetzt hatte und von ihrem goldenen Tellerlein a\u00df, da kam, plitsch platsch, plitsch platsch, etwas die Marmortreppe heraufgekrochen, und als es oben angelangt war, klopfte es an die T\u00fcr und rief: \u00bbK\u00f6nigstochter, j\u00fcngste, mach mir auf!\u00ab Sie lief und wollte sehen, wer drau\u00dfen w\u00e4re, als sie aber aufmachte, so sa\u00df der Frosch davor. Da warf sie die T\u00fcr hastig zu, setzte sich wieder an den Tisch, und es war ihr ganz angst. Der K\u00f6nig sah wohl, da\u00df ihr das Herz gewaltig klopfte, und sprach: \u00bbMein Kind, was f\u00fcrchtest du dich, steht etwa ein Riese vor der T\u00fcr und will dich holen?\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbAch nein,\u00ab antwortete sie, \u00bbes ist kein Riese, sondern ein garstiger Frosch.\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbWas will der Frosch von dir?\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbAch, lieber Vater, als ich gestern im Wald bei dem Brunnen sa\u00df und spielte, da fiel meine goldene Kugel ins Wasser. Und weil ich so weinte, hat sie der Frosch wieder heraufgeholt, und weil er es durchaus verlangte, so versprach ich ihm, er sollte mein Geselle werden; ich dachte aber nimmermehr, da\u00df er aus seinem Wasser herausk\u00f6nnte. Nun ist er drau\u00dfen und will zu mir herein.\u00ab Und schon klopfte es zum zweitenmal und rief:<\/p>\n<p>\u00bbK\u00f6nigstochter, j\u00fcngste,<br \/>\nMach mir auf,<br \/>\nWei\u00dft du nicht, was gestern<br \/>\nDu zu mir gesagt<br \/>\nBei dem k\u00fchlen Wasserbrunnen?<br \/>\nK\u00f6nigstochter, j\u00fcngste,<br \/>\nMach mir auf!\u00ab<\/p>\n<p>Da sagte der K\u00f6nig: \u00bbWas du versprochen hast, das mu\u00dft du auch halten; geh nur und mach ihm auf.\u00ab Sie ging und \u00f6ffnete die T\u00fcre, da h\u00fcpfte der Frosch herein, ihr immer auf dem Fu\u00dfe nach, bis zu ihrem Stuhl. Da sa\u00df er und rief: \u00bbHeb mich herauf zu dir.\u00ab Sie zauderte, bis es endlich der K\u00f6nig befahl. Als der Frosch erst auf dem Stuhl war, wollte er auf den Tisch, und als er da sa\u00df, sprach er: \u00bbNun schieb mir dein goldenes Tellerlein n\u00e4her, damit wir zusammen essen.\u00ab Das tat sie zwar, aber man sah wohl, da\u00df sie\u2019s nicht gerne tat. Der Frosch lie\u00df sich\u2019s gut schmecken, aber ihr blieb fast jedes Bi\u00dflein im Halse. Endlich sprach er: \u00bbIch habe mich sattgegessen und bin m\u00fcde; nun trag mich in dein K\u00e4mmerlein und mach dein seiden Bettlein zurecht, da wollen wir uns schlafen legen.\u00ab Die K\u00f6nigstochter fing an zu weinen und f\u00fcrchtete sich vor dem kalten Frosch, den sie nicht anzur\u00fchren getraute und der nun in ihrem sch\u00f6nen, reinen Bettlein schlafen sollte. Der K\u00f6nig aber ward zornig und sprach: \u00bbWer dir geholfen hat, als du in der Not warst, den sollst du hernach nicht verachten.\u00ab Da packte sie ihn mit zwei Fingern, trug ihn hinauf und setzte ihn in eine Ecke. Als sie aber im Bett lag, kam er gekrochen und sprach: \u00bbIch bin m\u00fcde, ich will schlafen so gut wie du: heb mich herauf, oder ich sag\u2019s deinem Vater.\u00ab Da ward sie erst bitterb\u00f6se, holte ihn herauf und warf ihn aus allen Kr\u00e4ften wider die Wand: \u00bbNun wirst du Ruhe haben, du garstiger Frosch.\u00ab<\/p>\n<p>Als er aber herabfiel, war er kein Frosch, sondern ein K\u00f6nigssohn mit sch\u00f6nen und freundlichen Augen. Der war nun nach ihres Vaters Willen ihr lieber Geselle und Gemahl. Da erz\u00e4hlte er ihr, er w\u00e4re von einer b\u00f6sen Hexe verw\u00fcnscht worden, und niemand h\u00e4tte ihn aus dem Brunnen erl\u00f6sen k\u00f6nnen als sie allein, und morgen wollten sie zusammen in sein Reich gehen. Dann schliefen sie ein, und am andern Morgen, als die Sonne sie aufweckte, kam ein Wagen herangefahren, mit acht wei\u00dfen Pferden bespannt, die hatten wei\u00dfe Strau\u00dffedern auf dem Kopf und gingen in goldenen Ketten, und hinten stand der Diener des jungen K\u00f6nigs, das war der treue Heinrich. Der treue Heinrich hatte sich so betr\u00fcbt, als sein Herr war in einen Frosch verwandelt worden, da\u00df er drei eiserne Bande hatte um sein Herz legen lassen, damit es ihm nicht vor Weh und Traurigkeit zerspr\u00e4nge. Der Wagen aber sollte den jungen K\u00f6nig in sein Reich abholen; der treue Heinrich hob beide hinein, stellte sich wieder hinten auf und war voller Freude \u00fcber die Erl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Und als sie ein St\u00fcck Wegs gefahren waren, h\u00f6rte der K\u00f6nigssohn, da\u00df es hinter ihm krachte, als w\u00e4re etwas zerbrochen. Da drehte er sich um und rief:<\/p>\n<p>\u00bbHeinrich, der Wagen bricht!\u00ab<br \/>\n\u00bbNein, Herr, der Wagen nicht,<br \/>\nEs ist ein Band von meinem Herzen,<br \/>\nDas da lag in gro\u00dfen Schmerzen,<br \/>\nAls Ihr in dem Brunnen sa\u00dft,<br \/>\nAls Ihr ein Frosch wart.\u00ab<\/p>\n<p>Noch einmal und noch einmal krachte es auf dem Weg, und der K\u00f6nigssohn meinte immer, der Wagen br\u00e4che, und es waren doch nur die Bande, die vom Herzen des treuen Heinrich absprangen, weil sein Herr erl\u00f6st und gl\u00fccklich war.<\/p>\n<\/div><\/section><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-158","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=158"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":360,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158\/revisions\/360"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=158"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=158"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=158"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}