{"id":221,"date":"2019-12-12T00:00:05","date_gmt":"2019-12-11T23:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/?p=221"},"modified":"2019-12-11T19:32:15","modified_gmt":"2019-12-11T18:32:15","slug":"der-goldene-vogel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/der-goldene-vogel\/","title":{"rendered":"Der goldene Vogel"},"content":{"rendered":"<div   data-size='no scaling'  data-lightbox_size='large'  data-animation='slide'  data-conditional_play=''  data-ids='31'  data-video_counter='0'  data-autoplay='false'  data-bg_slider='false'  data-slide_height=''  data-handle='av_slideshow'  data-interval='5'  data-class=' avia-builder-el-0  el_before_av_one_full  avia-builder-el-first  '  data-el_id=''  data-css_id=''  data-scroll_down=''  data-control_layout='av-control-hidden'  data-custom_markup=''  data-perma_caption=''  data-autoplay_stopper=''  data-image_attachment=''  data-min_height='0px'  class='avia-slideshow avia-slideshow-1  av-control-hidden av-default-height-applied avia-slideshow-no scaling av_slideshow  avia-builder-el-0  el_before_av_one_full  avia-builder-el-first   avia-slide-slider '  itemprop=\"image\" itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/ImageObject\" ><ul class='avia-slideshow-inner ' style='padding-bottom: 41.35%;' ><li  class=' av-single-slide slide-1 ' ><div data-rel='slideshow-1' class='avia-slide-wrap '   ><img src='http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/12_pnet_Adventskalender2019_Web-Header_goldener-vogel.jpg' width='2000' height='827' title='' alt=''  itemprop=\"thumbnailUrl\"   \/><\/div><\/li><\/ul><\/div>\n<div class=\"flex_column av_one_full  flex_column_div av-zero-column-padding first  avia-builder-el-1  el_after_av_slideshow  avia-builder-el-last  \" style='border-radius:0px; '><section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><p class=\"maerchen\">Es war vor Zeiten ein K\u00f6nig, der hatte einen sch\u00f6nen Lustgarten hinter seinem Schlo\u00df, darin stand ein Baum, der goldene \u00c4pfel trug. Als die \u00c4pfel reiften, wurden sie gez\u00e4hlt, aber gleich den n\u00e4chsten Morgen fehlte einer. Das ward dem K\u00f6nig gemeldet, und er befahl, da\u00df alle N\u00e4chte unter dem Baume Wache sollte gehalten werden. Der K\u00f6nig hatte drei S\u00f6hne, davon schickte er den \u00e4ltesten bei einbrechender Nacht in den Garten. Wie es aber Mitternacht war, konnte er sich des Schlafes nicht erwehren, und am n\u00e4chsten Morgen fehlte wieder ein Apfel. In der folgenden Nacht mu\u00dfte der zweite Sohn wachen, aber dem erging es nicht besser. Als es zw\u00f6lf Uhr geschlagen hatte, schlief er ein, und morgens fehlte ein Apfel. Jetzt kam die Reihe zu wachen an den dritten Sohn; der war auch bereit, aber der K\u00f6nig traute ihm nicht viel zu und meinte, er w\u00fcrde noch weniger ausrichten als seine Br\u00fcder; endlich aber gestattete er es doch. Der J\u00fcngling legte sich also unter den Baum, wachte und lie\u00df den Schlaf nicht Herr werden. Als es zw\u00f6lf schlug, so rauschte etwas durch die Luft, und er sah im Mondschein einen Vogel daherfliegen, dessen Gefieder ganz von Gold gl\u00e4nzte. Der Vogel lie\u00df sich auf dem Baume nieder und hatte eben einen Apfel abgepickt, als der J\u00fcngling einen Pfeil nach ihm abscho\u00df. Der Vogel entfloh, aber der Pfeil hatte sein Gefieder getroffen, und eine seiner goldenen Federn fiel herab. Der J\u00fcngling hob sie auf, brachte sie am andern Morgen dem K\u00f6nig und erz\u00e4hlte ihm, was er in der Nacht gesehen hatte. Der K\u00f6nig versammelte seinen Rat, und jedermann erkl\u00e4rte, eine Feder wie diese sei mehr wert als das gesamte K\u00f6nigreich. \u00bbIst die Feder so kostbar,\u00ab erkl\u00e4rte der K\u00f6nig, \u00bbso hilft mir die eine auch nichts, sondern ich will und mu\u00df den ganzen Vogel haben.\u00ab<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-462\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-1.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"332\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-1.jpg 800w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-1-608x480.jpg 608w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-1-759x600.jpg 759w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-1-768x607.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-1-705x557.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/p>\n<p>Der \u00e4lteste Sohn machte sich auf den Weg, verlie\u00df sich auf seine Klugheit und meinte den goldenen Vogel schon zu finden. Wie er eine Strecke gegangen war, sah er an dem Rande eines Waldes einen Fuchs sitzen, legte seine Flinte an und zielte auf ihn. Der Fuchs rief: \u00bbSchie\u00df mich nicht, ich will dir daf\u00fcr einen guten Rat geben. Du bist auf dem Weg nach dem goldenen Vogel und wirst heute abend in ein Dorf kommen, wo zwei Wirtsh\u00e4user einander gegen\u00fcberstehen. Eins ist hell erleuchtet, und es geht darin lustig her; da kehr aber nicht ein, sondern geh ins andere, wenn es dich auch schlecht ansieht.\u00ab Wie kann mir wohl so ein albernes Tier einen vern\u00fcnftigen Rat erteilen! dachte der K\u00f6nigssohn und dr\u00fcckte los, aber er fehlte den Fuchs, der den Schwanz streckte und schnell in den Wald lief. Darauf setzte er seinen Weg fort und kam abends in das Dorf, wo die beiden Wirtsh\u00e4user standen. In dem einen ward gesungen und gesprungen, das andere hatte ein armseliges betr\u00fcbtes Ansehen. Ich w\u00e4re wohl ein Narr, dachte er, wenn ich in das lumpige Wirtshaus ginge und das sch\u00f6ne liegen lie\u00df. Also ging er in das lustige ein, lebte da in Saus und Braus und verga\u00df den Vogel, seinen Vater und alle guten Lehren.<\/p>\n<p>Als eine Zeit verstrichen und der \u00e4lteste Sohn immer und immer nicht nach Haus gekommen war, so machte sich der zweite auf den Weg und wollte den goldenen Vogel suchen. Wie dem \u00c4ltesten begegnete ihm der Fuchs und gab ihm den guten Rat, den er nicht achtete. Er kam zu den beiden Wirtsh\u00e4usern, wo sein Bruder am Fenster des einen stand, aus dem der Jubel erschallte, und ihn anrief. Er konnte nicht widerstehen, ging hinein und lebte nur seinen L\u00fcsten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-463\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-2-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"460\" height=\"258\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-2-scaled.jpg 2560w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-2-640x359.jpg 640w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-2-800x449.jpg 800w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-2-768x431.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-2-1536x861.jpg 1536w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-2-2048x1149.jpg 2048w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-2-1500x841.jpg 1500w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-2-705x395.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/p>\n<p>Wiederum verstrich eine Zeit, da wollte der j\u00fcngste K\u00f6nigssohn ausziehen und sein Heil versuchen, der Vater aber wollte es nicht zulassen. \u00bbEs ist vergeblich,\u00ab sprach er, \u00bbder wird den goldenen Vogel noch weniger finden als seine Br\u00fcder, und wenn ihm ein Ungl\u00fcck zust\u00f6\u00dft, so wei\u00df er sich nicht zu helfen, es fehlt ihm am Besten.\u00ab Doch endlich, wie keine Ruhe mehr da war, lie\u00df er ihn ziehen. Vor dem Walde sa\u00df wieder der Fuchs, bat um sein Leben und erteilte den guten Rat. Der J\u00fcngling war gutm\u00fctig und sagte: \u00bbSei ruhig, F\u00fcchslein, ich tue dir nichts zuleid!\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbEs soll dich nicht gereuen,\u00ab antwortete der Fuchs, \u00bbund damit du schneller fortkommst, so steig hinten auf meinen Schwanz.\u00ab Und kaum hat er sich aufgesetzt, so fing der Fuchs an zu laufen und ging\u2019s \u00fcber Stock und Stein, da\u00df die Haare im Winde pfiffen. Als sie zu dem Dorf kamen, stieg der J\u00fcngling ab, befolgte den guten Rat und kehrte, ohne sich umzusehen, in das geringe Wirtshaus ein, wo er ruhig \u00fcbernachtete. Am andern Morgen, wie er auf das Feld kam, sa\u00df da schon der Fuchs und sagte: \u00bbIch will dir weiter sagen, was du zu tun hast. Geh du immer gerade aus, endlich wirst du an ein Schlo\u00df kommen, vor dem eine ganze Schar Soldaten liegt; aber k\u00fcmmre dich nicht darum, denn sie werden alle schlafen und schnarchen: geh mittendurch und geradewegs in das Schlo\u00df hinein, und geh durch alle Stuben. Zuletzt wirst du in eine Kammer kommen, wo ein goldener Vogel in einem h\u00f6lzernen K\u00e4fig h\u00e4ngt. Nebenan steht ein leerer Goldk\u00e4fig zum Prunk, aber h\u00fcte dich, da\u00df du den Vogel nicht aus seinem schlechten K\u00e4fig herausnimmst und in den pr\u00e4chtigen tust, sonst m\u00f6chte es dir schlimm ergehen.\u00ab Nach diesen Worten streckte der Fuchs wieder seinen Schwanz aus, und der K\u00f6nigssohn setzte sich auf. Da ging\u2019s \u00fcber Stock und Stein, da\u00df die Haare im Winde pfiffen. Als er bei dem Schlo\u00df angelangt war, fand er alles so, wie der Fuchs gesagt hatte. Der K\u00f6nigssohn kam in die Kammer, wo der goldene Vogel in einem h\u00f6lzernen K\u00e4fig stand, und ein goldener stand daneben; die drei goldenen \u00c4pfel aber lagen in der Stube umher. Da dachte er, es w\u00e4re l\u00e4cherlich, wenn er den sch\u00f6nen Vogel in dem gemeinen und h\u00e4\u00dflichen K\u00e4fig lassen wollte, \u00f6ffnete die T\u00fcre, packte ihn und setzte ihn in den goldenen. In dem Augenblick aber tat der Vogel einen durchdringenden Schrei. Die Soldaten erwachten, st\u00fcrzten herein und f\u00fchrten ihn ins Gef\u00e4ngnis. Den andern Morgen wurde er vor ein Gericht gestellt und, da er alles bekannte, zum Tode verurteilt. Doch sagte der K\u00f6nig, er wollte ihm unter einer Bedingung das Leben schenken, wenn er ihm n\u00e4mlich das goldene Pferd br\u00e4chte, welches noch schneller liefe als der Wind, und dann sollte er obendrein zur Belohnung den goldenen Vogel erhalten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-464 alignright\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-3.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"547\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-3.jpg 800w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-3-281x480.jpg 281w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-3-351x600.jpg 351w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-3-768x1313.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-3-412x705.jpg 412w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Der K\u00f6nigssohn machte sich auf den Weg, seufzte aber und war traurig, denn wo sollte er das goldene Pferd finden? Da sah er auf einmal seinen alten Freund, den Fuchs, an dem Wege sitzen. \u00bbSiehst du,\u00ab sprach der Fuchs, \u00bbso ist es gekommen, weil du mir nicht geh\u00f6rt hast! Doch sei guten Mutes, ich will mich deiner annehmen und dir sagen, wie du zu dem goldenen Pferd gelangst. Du mu\u00dft gerades Weges fortgehen, so wirst du zu einem Schlo\u00df kommen, wo das Pferd im Stalle steht. Vor dem Stall werden die Stallknechte liegen, aber sie werden schlafen und schnarchen, und du kannst geruhig das goldene Pferd herausf\u00fchren. Aber eins mu\u00dft du in acht nehmen: leg ihm den schlechten Sattel von Holz und Leder auf und ja nicht den goldenen, der dabeih\u00e4ngt, sonst wird es dir schlimm ergehen.\u00ab Dann streckte der Fuchs seinen Schwanz aus, der K\u00f6nigssohn setzte sich auf, und es ging \u00fcber Stock und Stein, da\u00df die Haare im Winde pfiffen. Alles traf so ein, wie der Fuchs gesagt hatte, er kam in den Stall, wo das goldene Pferd stand. Als er ihm aber den schlechten Sattel auflegen wollte, so dachte er: Ein so sch\u00f6nes Tier wird versch\u00e4ndet, wenn ich ihm nicht den guten Sattel auflege, der ihm geb\u00fchrt. Kaum aber ber\u00fchrte der goldene Sattel das Pferd, so fing es an laut zu wiehern. Die Stallknechte erwachten, ergriffen den J\u00fcngling und warfen ihn ins Gef\u00e4ngnis. Am andern Morgen wurde er vom Gerichte zum Tode verurteilt, doch versprach ihm der K\u00f6nig das Leben zu schenken und dazu das goldene Pferd, wenn er die sch\u00f6ne K\u00f6nigstochter vom goldenen Schlosse herbeischaffen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-466\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-5.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"428\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-5.jpg 800w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-5-403x480.jpg 403w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-5-504x600.jpg 504w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-5-768x914.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-5-592x705.jpg 592w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/p>\n<p>Mit schwerem Herzen machte sich der J\u00fcngling auf den Weg, doch zu seinem Gl\u00fcck fand er bald den treuen Fuchs. \u00bbIch sollte dich nur deinem Ungl\u00fcck \u00fcberlassen,\u00ab sagte der Fuchs, \u00bbaber ich habe Mitleiden mit dir und will dir noch einmal aus deiner Not helfen. Dein Weg f\u00fchrt dich gerade zu dem goldenen Schlosse. Abends wirst du anlangen, und nachts, wenn alles still ist, dann geht die sch\u00f6ne K\u00f6nigstochter ins Badehaus, um da zu baden. Und wenn sie hineingeht, so spring auf sie zu und gib ihr einen Ku\u00df, dann folgt sie dir, und kannst sie mit dir fortf\u00fchren; nur dulde nicht, da\u00df sie vorher von ihren Eltern Abschied nimmt, sonst kann es dir schlimm ergehen.\u00ab Dann streckte der Fuchs seinen Schwanz, der K\u00f6nigssohn setzte sich auf, und so ging es \u00fcber Stock und Stein, da\u00df die Haare im Winde pfiffen. Als er beim goldenen Schlo\u00df ankam, war es so, wie der Fuchs gesagt hatte. Er wartete bis um Mitternacht, als alles in tiefem Schlaf lag und die sch\u00f6ne Jungfrau ins Badehaus ging, da sprang er hervor und gab ihr einen Ku\u00df. Sie sagte, sie wollte gerne mit ihm gehen, sie bat ihn aber flehentlich und mit Tr\u00e4nen, er m\u00f6chte ihr erlauben, vorher von ihren Eltern Abschied zu nehmen. Er widerstand anfangs ihren Bitten, als sie aber immer mehr weinte und ihm zu F\u00fc\u00dfen fiel, so gab er endlich nach. Kaum war die Jungfrau zu dem Bette ihres Vaters getreten, so wachte er und alle andern, die im Schlosse waren, auf, und der J\u00fcngling ward festgehalten und ins Gef\u00e4ngnis gesetzt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-465\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-4.jpg\" alt=\"\" width=\"1500\" height=\"627\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-4.jpg 1500w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-4-640x268.jpg 640w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-4-800x334.jpg 800w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-4-768x321.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-4-705x295.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<p>Am andern Morgen sprach der K\u00f6nig zu ihm: \u00bbDein Leben ist verwirkt, und du kannst blo\u00df Gnade finden, wenn du den Berg abtr\u00e4gst, der vor meinen Fenstern liegt und \u00fcber welchen ich nicht hinaussehen kann, und das mu\u00dft du binnen acht Tagen zustande bringen. Gelingt dir das, so sollst du meine Tochter zur Belohnung haben.\u00ab Der K\u00f6nigssohn fing an, grub und schaufelte ohne abzulassen, als er aber nach sieben Tagen sah, wie wenig er ausgerichtet hatte und alle seine Arbeit so gut wie nichts war, so fiel er in gro\u00dfe Traurigkeit und gab alle Hoffnung auf. Am Abend des siebenten Tages aber erschien der Fuchs und sagte: \u00bbDu verdienst nicht, da\u00df ich mich deiner annehme, aber geh nur hin und lege dich schlafen, ich will die Arbeit f\u00fcr dich tun.\u00ab Am andern Morgen, als er erwachte und zum Fenster hinaussah, so war der Berg verschwunden. Der J\u00fcngling eilte voll Freude zum K\u00f6nig und meldete ihm, da\u00df die Bedingung erf\u00fcllt w\u00e4re, und der K\u00f6nig mochte wollen oder nicht, er mu\u00dfte Wort halten und ihm seine Tochter geben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-467\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-6.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-6.jpg 800w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-6-480x480.jpg 480w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-6-600x600.jpg 600w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-6-768x768.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-6-36x36.jpg 36w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-6-180x180.jpg 180w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-6-705x705.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/p>\n<p>Nun zogen die beiden zusammen fort, und es w\u00e4hrte nicht lange, so kam der treue Fuchs zu ihnen. \u00bbDas Beste hast du zwar,\u00ab sagte er, \u00bbaber zu der Jungfrau aus dem goldenen Schlo\u00df geh\u00f6rt auch das goldene Pferd.\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbWie soll ich das bekommen?\u00ab fragte der J\u00fcngling. \u00bbDas will ich dir sagen,\u00ab antwortete der Fuchs, \u00bbzuerst bring dem K\u00f6nige, der dich nach dem goldenen Schlosse geschickt hat, die sch\u00f6ne Jungfrau. Da wird unerh\u00f6rte Freude sein, sie werden dir das goldene Pferd gerne geben und werden dir\u2019s vorf\u00fchren. Setz dich alsbald auf und reiche allen zum Abschied die Hand herab, zuletzt der sch\u00f6nen Jungfrau, und wenn du sie gefa\u00dft hast, so zieh sie mit einem Schwung hinauf und jage davon, und niemand ist imstande, dich einzuholen, denn das Pferd l\u00e4uft schneller als der Wind.\u00ab<\/p>\n<p>Alles wurde gl\u00fccklich vollbracht, und der K\u00f6nigssohn f\u00fchrte die sch\u00f6ne Jungfrau auf dem goldenen Pferde fort. Der Fuchs blieb nicht zur\u00fcck und sprach zu dem J\u00fcngling: \u00bbJetzt will ich dir auch zu dem goldenen Vogel verhelfen. Wenn du nahe bei dem Schlosse bist, wo sich der Vogel befindet, so la\u00df die Jungfrau absitzen, und ich will sie in meine Obhut nehmen. Dann reit mit dem goldenen Pferd in den Schlo\u00dfhof; bei dem Anblick wird gro\u00dfe Freude sein, und sie werden dir den goldenen Vogel herausbringen. Wie du den K\u00e4fig in der Hand hast, so jage zu uns zur\u00fcck und hole dir die Jungfrau wieder ab.\u00ab Als der Anschlag gegl\u00fcckt war und der K\u00f6nigssohn mit seinen Sch\u00e4tzen heimreiten wollte, so sagte der Fuchs: \u00bbNun sollst du mich f\u00fcr meinen Beistand belohnen.\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbWas verlangst du daf\u00fcr?\u00ab fragte der J\u00fcngling. \u00bbWenn wir dort in den Wald kommen, so schie\u00df mich tot und hau mir Kopf und Pfoten ab.\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbDas w\u00e4re eine sch\u00f6ne Dankbarkeit!\u00ab sagte der K\u00f6nigssohn, \u00bbdas kann ich dir unm\u00f6glich gew\u00e4hren.\u00ab Sprach der Fuchs: \u00bbWenn du es nicht tun willst, so mu\u00df ich dich verlassen; ehe ich aber fortgehe, will ich dir noch einen guten Rat geben. Vor zwei St\u00fccken h\u00fcte dich, kauf kein Galgenfleisch und setze dich an keinen Brunnenrand!\u00ab Damit lief er in den Wald.<\/p>\n<p>Der J\u00fcngling dachte: \u00bbDas ist ein wunderliches Tier, das seltsame Grillen hat. Wer wird Galgenfleisch kaufen! Und die Lust, mich an einen Brunnenrand zu setzen, ist mir noch niemals gekommen.\u00ab Er ritt mit der sch\u00f6nen Jungfrau weiter, und sein Weg f\u00fchrte ihn wieder durch das Dorf, in welchem seine beiden Br\u00fcder geblieben waren. Da war gro\u00dfer Auflauf und L\u00e4rmen, und als er fragte, was da los w\u00e4re, hie\u00df es, es sollten zwei Leute aufgeh\u00e4ngt werden. Als er n\u00e4her hinzukam, sah er, da\u00df es seine Br\u00fcder waren, die allerhand schlimme Streiche ver\u00fcbt und all ihr Gut vertan hatten. Er fragte, ob sie nicht k\u00f6nnten freigemacht werden. \u00bbWenn Ihr f\u00fcr sie bezahlen wollt,\u00ab antworteten die Leute, \u00bbaber was wollt Ihr an die schlechten Menschen Euer Geld h\u00e4ngen und sie loskaufen.\u00ab Er besann sich aber nicht, zahlte f\u00fcr sie, und als sie freigegeben waren, so setzten sie die Reise gemeinschaftlich fort.<\/p>\n<p>Sie kamen in den Wald, wo ihnen der Fuchs zuerst begegnet war, und da es darin k\u00fchl und lieblich war und die Sonne hei\u00df brannte, so sagten die beiden Br\u00fcder: \u00bbLa\u00dft uns hier an dem Brunnen ein wenig ausruhen, essen und trinken!\u00ab Er willigte ein, und w\u00e4hrend des Gespr\u00e4ches verga\u00df er sich, setzte sich an den Brunnenrand und versah sich nichts Arges. Aber die beiden Br\u00fcder warfen ihn r\u00fcckw\u00e4rts in den Brunnen, nahmen die Jungfrau, das Pferd und den Vogel, und zogen heim zu ihrem Vater. \u00bbDa bringen wir nicht blo\u00df den goldenen Vogel,\u00ab sagten sie, \u00bbwir haben auch das goldene Pferd und die Jungfrau von dem goldenen Schlosse erbeutet.\u00ab Da war gro\u00dfe Freude, aber das Pferd fra\u00df nicht, der Vogel pfiff nicht, und die Jungfrau, die sa\u00df und weinte.<\/p>\n<p>Der j\u00fcngste Bruder aber war nicht umgekommen. Der Brunnen war zum Gl\u00fcck trocken, und er fiel auf weiches Moos, ohne Schaden zu nehmen, konnte aber nicht wieder heraus. Auch in dieser Not verlie\u00df ihn der treue Fuchs nicht, kam zu ihm herabgesprungen und schalt ihn, da\u00df er seinen Rat vergessen h\u00e4tte. \u00bbIch kann\u2019s aber doch nicht lassen,\u00ab sagte er, \u00bbich will dir wieder an das Tageslicht helfen.\u00ab Er sagte ihm, er sollte seinen Schwanz anpacken und sich fest daran halten, und zog ihn dann in die H\u00f6he. \u00bbNoch bist du nicht aus aller Gefahr,\u00ab sagte der Fuchs, \u00bbdeine Br\u00fcder waren deines Todes nicht gewi\u00df und haben den Wald mit W\u00e4chtern umstellt, die sollen dich t\u00f6ten, wenn du dich sehen lie\u00dfest.\u00ab Da sa\u00df ein armer Mann am Weg, mit dem vertauschte der J\u00fcngling die Kleider und gelangte auf diese Weise an des K\u00f6nigs Hof. Niemand erkannte ihn, aber der Vogel fing an zu pfeifen, das Pferd fing an zu fressen, und die sch\u00f6ne Jungfrau h\u00f6rte Weinens auf. Der K\u00f6nig fragte verwundert: \u00bbWas hat das zu bedeuten?\u00ab Da sprach die Jungfrau: \u00bbIch wei\u00df es nicht, aber ich war so traurig und nun bin ich so fr\u00f6hlich. Es ist mir, als w\u00e4re mein rechter Br\u00e4utigam gekommen.\u00ab Sie erz\u00e4hlte ihm alles, was geschehen war, obgleich die andern Br\u00fcder ihr den Tod angedroht hatten, wenn sie etwas verraten w\u00fcrde. Der K\u00f6nig hie\u00df alle Leute vor sich bringen, die in seinem Schlosse waren, da kam auch der J\u00fcngling als ein armer Mann in seinen Lumpenkleidern, aber die Jungfrau erkannte ihn gleich und fiel ihm um den Hals. Die gottlosen Br\u00fcder wurden ergriffen und hingerichtet, er aber ward mit der sch\u00f6nen Jungfrau verm\u00e4hlt und zum Erben des K\u00f6nigs bestimmt.<\/p>\n<p>Aber wie ist es dem armen Fuchs ergangen? Lange danach ging der K\u00f6nigssohn einmal wieder in den Wald. Da begegnete ihm der Fuchs und sagte: \u00bbDu hast nun alles, was du dir w\u00fcnschen kannst, aber mit meinem Ungl\u00fcck will es kein Ende nehmen, und es steht doch in deiner Macht, mich zu erl\u00f6sen,\u00ab und abermals bat er flehentlich, er m\u00f6chte ihn totschie\u00dfen und ihm Kopf und Pfoten abhauen. Also tat er\u2019s, und kaum war es geschehen, so verwandelte sich der Fuchs in einen Menschen und war niemand anders als der Bruder der sch\u00f6nen K\u00f6nigstochter, der endlich von dem Zauber, der auf ihm lag, erl\u00f6st war. Und nun fehlte nichts mehr zu ihrem Gl\u00fcck, solange sie lebten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-468 size-full\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-7.jpg\" alt=\"\" width=\"1500\" height=\"658\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-7.jpg 1500w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-7-640x281.jpg 640w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-7-800x351.jpg 800w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-7-768x337.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/12_DgV-7-705x309.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/p>\n<\/div><\/section><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-221","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=221"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/221\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":469,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/221\/revisions\/469"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}