{"id":227,"date":"2019-12-15T00:00:06","date_gmt":"2019-12-14T23:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/?p=227"},"modified":"2019-12-14T17:30:34","modified_gmt":"2019-12-14T16:30:34","slug":"die-kluge-bauerntochter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/die-kluge-bauerntochter\/","title":{"rendered":"Die kluge Bauerntochter"},"content":{"rendered":"<div   data-size='no scaling'  data-lightbox_size='large'  data-animation='slide'  data-conditional_play=''  data-ids='34'  data-video_counter='0'  data-autoplay='false'  data-bg_slider='false'  data-slide_height=''  data-handle='av_slideshow'  data-interval='5'  data-class=' avia-builder-el-0  el_before_av_one_full  avia-builder-el-first  '  data-el_id=''  data-css_id=''  data-scroll_down=''  data-control_layout='av-control-hidden'  data-custom_markup=''  data-perma_caption=''  data-autoplay_stopper=''  data-image_attachment=''  data-min_height='0px'  class='avia-slideshow avia-slideshow-1  av-control-hidden av-default-height-applied avia-slideshow-no scaling av_slideshow  avia-builder-el-0  el_before_av_one_full  avia-builder-el-first   avia-slide-slider '  itemprop=\"image\" itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/ImageObject\" ><ul class='avia-slideshow-inner ' style='padding-bottom: 41.35%;' ><li  class=' av-single-slide slide-1 ' ><div data-rel='slideshow-1' class='avia-slide-wrap '   ><img src='http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/15_pnet_Adventskalender2019_Web-Header_kluge-bauerntochter.jpg' width='2000' height='827' title='' alt=''  itemprop=\"thumbnailUrl\"   \/><\/div><\/li><\/ul><\/div>\n<div class=\"flex_column av_one_full  flex_column_div av-zero-column-padding first  avia-builder-el-1  el_after_av_slideshow  avia-builder-el-last  \" style='border-radius:0px; '><section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><p class=\"maerchen\">Es war einmal ein armer Bauer, der hatte kein Land, nur ein kleines H\u00e4uschen und eine alleinige Tochter, da sprach die Tochter: \u00bbWir sollten den Herrn K\u00f6nig um ein St\u00fcckchen Rottland bitten.\u00ab Da der K\u00f6nig ihre Armut h\u00f6rte, schenkte er ihnen auch ein Eckchen Rasen, den hackte sie und ihr Vater um, und wollten ein wenig Korn und der Art Frucht darauf s\u00e4en. Als sie den Acker beinah herum hatten, so fanden sie in der Erde einen M\u00f6rsel von purem Gold. \u00bbH\u00f6r\u00ab, sagte der Vater zu dem M\u00e4dchen, \u00bbweil unser Herr K\u00f6nig ist so gn\u00e4dig gewesen und hat uns diesen Acker geschenkt, so m\u00fcssen wir ihm den M\u00f6rsel daf\u00fcr geben.\u00ab Die Tochter aber wollte es nicht bewilligen und sagte: \u00bbVater, wenn wir den M\u00f6rsel haben und haben den St\u00f6\u00dfer nicht, dann m\u00fcssen wir auch den St\u00f6\u00dfer herbeischaffen, darum schweigt lieber still.\u00ab Er wollt ihr aber nicht gehorchen, nahm den M\u00f6rsel, trug ihn zum Herrn K\u00f6nig und sagte, den h\u00e4tte er gefunden in der Heide, ob er ihn als eine Verehrung annehmen wollte. Der K\u00f6nig nahm den M\u00f6rsel und fragte, ob er nichts mehr gefunden h\u00e4tte. \u00bbNein\u00ab, antwortete der Bauer. Da sagte der K\u00f6nig, er solle nun auch den St\u00f6\u00dfer herbeischaffen. Der Bauer sprach, den h\u00e4tten sie nicht gefunden; aber das half ihm so viel, als h\u00e4tt ers in den Wind gesagt, er ward ins Gef\u00e4ngnis gesetzt, und sollte so lange da sitzen, bis er den St\u00f6\u00dfer herbeigeschafft h\u00e4tte. Die Bedienten mu\u00dften ihm t\u00e4glich Wasser und Brot bringen, was man so in dem Gef\u00e4ngnis kriegt, da h\u00f6rten sie, wie der Mann als fort schrie: \u00bbAch, h\u00e4tt ich meiner Tochter geh\u00f6rt! ach, ach, h\u00e4tt ich meiner Tochter geh\u00f6rt!\u00ab Da gingen die Bedienten zum K\u00f6nig und sprachen das, wie der Gefangene als fort schrie: \u00bbAch, h\u00e4tt ich doch meiner Tochter geh\u00f6rt!\u00ab und wollte nicht essen und nicht trinken. Da befahl er den Bedienten, sie sollten den Gefangenen vor ihn br ingen, und da fragte ihn der Herr K\u00f6nig, warum er also fort schrie: \u00bbAch, h\u00e4tt ich meiner Tochter geh\u00f6rt!\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbWas hat Eure Tochter denn gesagt?\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbJa, sie hat gesprochen, ich sollte den M\u00f6rsel nicht bringen, sonst m\u00fc\u00dft ich auch den St\u00f6\u00dfer schaffen.\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbHabt Ihr so eine kluge Tochter, so la\u00dft sie einmal herkommen.\u00ab Also musste sie vor den K\u00f6nig kommen, der fragte sie, ob sie denn so klug w\u00e4re, und sagte, er wollte ihr ein R\u00e4tsel aufgeben, wenn sie das treffen k\u00f6nnte, dann wollte er sie heiraten. Da sprach sie gleich ja, sie wollts erraten. Da sagte der K\u00f6nig: \u00bbKomm zu mir, nicht gekleidet, nicht nackend, nicht geritten, nicht gefahren, nicht in dem Weg, nicht au\u00dfer dem Weg, und wenn du das kannst, will ich dich heiraten.\u00ab Da ging sie hin, und zog sich aus splinternackend, da war sie nicht gekleidet, und nahm ein gro\u00dfes Fischgarn, und setzte sich hinein und wickelte es ganz um sich herum, da war sie nicht nackend: und borgte einen Esel f\u00fcrs Geld und band dem Esel das Fischgarn an den Schwanz, darin er sie fortschleppen mu\u00dfte und war das nicht geritten und nicht gefahren: der Esel mu\u00dfte sie aber in der Fahrgleise schleppen, so da\u00df sie nur mit der gro\u00dfen Zehe auf die Erde kam, und war das nicht in dem Weg und nicht au\u00dfer dem Wege. Und wie sie so daherkam, sagte der K\u00f6nig, sie h\u00e4tte das R\u00e4tsel getroffen, und es w\u00e4re alles erf\u00fcllt. Da lie\u00df er ihren Vater los aus dem Gef\u00e4ngnis, und nahm sie bei sich als seine Gemahlin und befahl ihr das ganze k\u00f6nigliche Gut an.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-491\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-1.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"556\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-1.jpg 1000w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-1-640x396.jpg 640w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-1-800x494.jpg 800w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-1-768x475.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-1-705x436.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/p>\n<p>Nun waren etliche Jahre herum, als der Herr K\u00f6nig einmal auf die Parade zog, da trug es sich zu, da\u00df Bauern mit ihren Wagen vor dem Schlo\u00df hielten, die hatten Holz verkauft; etliche hatten Ochsen vorgespannt, und etliche Pferde. Da war ein Bauer, der hatte drei Pferde, davon kriegte eins ein junges F\u00fcllchen, das lief weg und legte sich mitten zwischen zwei Ochsen, die vor dem Wagen waren. Als nun die Bauern zusammenkamen, fingen sie an sich zu zanken, zu schmei\u00dfen und zu l\u00e4rmen, und der Ochsenbauer wollte das F\u00fcllchen behalten und sagte, die Ochsen h\u00e4ttens gehabt: und der andere sagte nein, seine Pferde h\u00e4ttens gehabt, und es w\u00e4re sein. Der Zank kam vor den K\u00f6nig, und er tat den Ausspruch, wo das F\u00fcllen gelegen h\u00e4tte, da sollt es bleiben; und also bekams der Ochsenbauer, dems doch nicht geh\u00f6rte. Da ging der andere weg, weinte und lamentierte \u00fcber sein F\u00fcllchen. Nun hatte er geh\u00f6rt, wie da\u00df die Frau K\u00f6nigin so gn\u00e4dig w\u00e4re, weil sie auch von armen Bauersleuten gekommen w\u00e4re: ging er zu ihr und bat sie, ob sie ihm nicht helfen k\u00f6nnte, da\u00df er sein F\u00fcllchen wiederbek\u00e4me. Sagte sie: \u00bbJa, wenn Ihr mir versprecht, da\u00df Ihr mich nicht verraten wollt, so will ichs Euch sagen. Morgen fr\u00fch, wenn der K\u00f6nig auf der Wachtparade ist, so stellt Euch hin mitten in die Stra\u00dfe, wo er vorbeikommen mu\u00df, nehmt ein gro\u00dfes Fischgarn und tut, als fischtet Ihr, und fischt also fort und sch\u00fcttet das Garn aus, als wenn Ihrs voll h\u00e4ttet\u00ab, und sagte ihm auch, was er antworten sollte, wenn er vom K\u00f6nig gefragt w\u00fcrde. Also stand der Bauer am andern Tag da und fischte auf einem trockenen Platz. Wie der K\u00f6nig vorbeikam und das sah, schickte er seinen Laufer hin, der sollte fragen, was der n\u00e4rrische Mann vorh\u00e4tte. Da gab er zur Antwort: \u00bbIch fische.\u00ab Fragte der Laufer, wie er fischen k\u00f6nnte, es w\u00e4re ja kein Wasser da. Sagte der Bauer: \u00bbSo gut als zwei Ochsen k\u00f6nnen ein F\u00fcllen kriegen, so gut kann ich auch auf dem trockenen Platz fischen.\u00ab Der Laufer ging hin und brachte dem K\u00f6nig die Antwort, da lie\u00df er den Bauer vor sich kommen und sagte ihm, das h\u00e4tte er nicht von sich, von wem er das h\u00e4tte: und sollts gleich bekennen. Der Bauer aber wollts nicht tun und sagte immer: Gott bewahr! er h\u00e4tt es von sich. Sie legten ihn aber auf ein Gebund Stroh und schlugen und drangsalten ihn so lange, bis ers bekannte, da\u00df ers von der Frau K\u00f6nigin h\u00e4tte. Als der K\u00f6nig nach Haus kam, sagte er zu seiner Frau: \u00bbWarum bist du so falsch mit mir, ich will dich nicht mehr zur Gemahlin: deine Zeit ist um, geh wieder hin, woher du gekommen bist, in dein Bauernh\u00e4uschen.\u00ab Doch erlaubte er ihr eins, sie sollte sich das Liebste und Beste mitnehmen, was sie w\u00fc\u00dfte, und das sollte ihr Abschied sein. Sie sagte: \u00bbJa, lieber Mann, wenn dus so befiehlst, will ich es auch tun\u00ab, und fiel \u00fcber ihn her und k\u00fc\u00dfte ihn und sprach, sie wollte Abschied von ihm nehmen. Dann lie\u00df sie einen starken Schlaftrunk kommen, Abschied mit ihm zu trinken: der K\u00f6nig tat einen gro\u00dfen Zug, sie aber trank nur ein wenig. Da geriet er bald in einen tiefen Schlaf, und als sie das sah, rief sie einen Bedienten und nahm ein sch\u00f6nes wei\u00dfes Linnentuch und schlug ihn da hinein, und die Bedienten mu\u00dften ihn in einen Wagen vor die T\u00fcre tragen, und fuhr sie ihn heim in ihr H\u00e4uschen. Da legte sie ihn in ihr Bettchen, und er schlief Tag und Nacht in einem fort, und als er aufwachte, sah er sich um und sagte: \u00bbAch Gott, wo bin ich denn?\u00ab rief seinen Bedienten, aber es war keiner da. Endlich kam seine Frau vors Bett und sagte: \u00bbLieber Herr K\u00f6nig, Ihr habt mir befohlen, ich sollte das Liebste und Beste aus dem Schlo\u00df mitnehmen, nun hab ich nichts Besseres und Lieberes als dich, da hab ich dich mitgenommen.\u00ab Dem K\u00f6nig stiegen die Tr\u00e4nen in die Augen, und er sagte: \u00bbLiebe Frau, du sollst mein sein und ich dein\u00ab, und nahm sie wieder mit ins k\u00f6nigliche Schlo\u00df und lie\u00df sich aufs neue mit ihr verm\u00e4hlen; und werden sie ja wohl noch auf den heutigen Tag leben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-492\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-2.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"605\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-2.jpg 1200w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-2-555x480.jpg 555w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-2-694x600.jpg 694w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-2-768x664.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/15_DkB-2-705x609.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<\/div><\/section><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-227","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/227","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=227"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/227\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":490,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/227\/revisions\/490"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=227"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=227"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=227"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}