{"id":237,"date":"2019-12-17T00:00:22","date_gmt":"2019-12-16T23:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/?p=237"},"modified":"2019-12-28T19:23:33","modified_gmt":"2019-12-28T18:23:33","slug":"allerleirauh","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/allerleirauh\/","title":{"rendered":"Allerleirauh"},"content":{"rendered":"<div   data-size='no scaling'  data-lightbox_size='large'  data-animation='slide'  data-conditional_play=''  data-ids='417'  data-video_counter='0'  data-autoplay='false'  data-bg_slider='false'  data-slide_height=''  data-handle='av_slideshow'  data-interval='5'  data-class=' avia-builder-el-0  el_before_av_one_full  avia-builder-el-first  '  data-el_id=''  data-css_id=''  data-scroll_down=''  data-control_layout='av-control-hidden'  data-custom_markup=''  data-perma_caption=''  data-autoplay_stopper=''  data-image_attachment=''  data-min_height='0px'  class='avia-slideshow avia-slideshow-1  av-control-hidden av-default-height-applied avia-slideshow-no scaling av_slideshow  avia-builder-el-0  el_before_av_one_full  avia-builder-el-first   avia-slide-slider '  itemprop=\"image\" itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/ImageObject\" ><ul class='avia-slideshow-inner ' style='padding-bottom: 41.35%;' ><li  class=' av-single-slide slide-1 ' ><div data-rel='slideshow-1' class='avia-slide-wrap '   ><img src='http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_pnet_Adventskalender2019_Web-Header_allerleirauh.jpg' width='2000' height='827' title='' alt=''  itemprop=\"thumbnailUrl\"   \/><\/div><\/li><\/ul><\/div>\n<div class=\"flex_column av_one_full  flex_column_div av-zero-column-padding first  avia-builder-el-1  el_after_av_slideshow  avia-builder-el-last  \" style='border-radius:0px; '><section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-502\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-1.jpg\" alt=\"\" width=\"460\" height=\"334\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-1.jpg 1448w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-1-640x465.jpg 640w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-1-800x581.jpg 800w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-1-768x558.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-1-705x512.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/p>\n<p class=\"maerchen\">Es war einmal ein K\u00f6nig, der hatte eine Frau mit goldenen Haaren, und sie war so sch\u00f6n, da\u00df sich ihresgleichen nicht mehr auf Erden fand. Es geschah, da\u00df sie krank lag, und als f\u00fchlte sie bald, da\u00df sie sterben w\u00fcrde, rief sie den K\u00f6nig und sprach: \u00bbWenn du nach meinem Tode dich wieder verm\u00e4hlen willst, so nimm keine, die nicht ebenso sch\u00f6n ist, als ich bin, und die nicht solche Haare hat, wie ich habe; das mu\u00dft du mir versprechen!\u00ab Nachdem es ihr der K\u00f6nig versprochen hatte, tat sie die Augen zu und starb.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig war lange Zeit nicht zu tr\u00f6sten und dachte nicht daran, eine zweite Frau zu nehmen. Endlich sprachen seine R\u00e4te: \u00bbEs geht nicht anders, der K\u00f6nig mu\u00df sich wieder verm\u00e4hlen, damit wir eine K\u00f6nigin haben.\u00ab Nun wurden Boten weit und breit herumgeschickt, um eine Braut zu suchen, die an Sch\u00f6nheit der verstorbenen K\u00f6nigin ganz gleichk\u00e4me. Es war aber keine in der ganzen Welt zu finden, und wenn man sie auch gefunden h\u00e4tte, so war doch keine da, die solche goldene Haare gehabt h\u00e4tte. Also kamen die Boten unverrichteter Sache wieder heim.<\/p>\n<p>Nun hatte der K\u00f6nig eine Tochter, die war geradeso sch\u00f6n wie ihre verstorbene Mutter und hatte auch solche goldene Haare. Als sie herangewachsen war, sah sie der K\u00f6nig einmal an und sah, da\u00df sie in allem seiner verstorbenen Gemahlin \u00e4hnlich war, und f\u00fchlte pl\u00f6tzlich eine heftige Liebe zu ihr. Da sprach er zu seinen R\u00e4ten: \u00bbIch will meine Tochter heiraten, denn sie ist das Ebenbild meiner verstorbenen Frau, und sonst kann ich doch keine Braut finden, die ihr gleicht.\u00ab Als die R\u00e4te das h\u00f6rten, erschraken sie und sprachen: \u00bbGott hat verboten, da\u00df der Vater seine Tochter heirate, aus der S\u00fcnde kann nichts Gutes entspringen, und das Reich wird mit ins Verderben gezogen.\u00ab Die Tochter erschrak noch mehr, als sie den Entschlu\u00df ihres Vaters vernahm, hoffte aber, ihn von seinem Vorhaben noch abzubringen. Da sagte sie zu ihm: \u00bbEh ich Euren Wunsch erf\u00fclle, mu\u00df ich erst drei Kleider haben: eins so golden wie die Sonne, eins so silbern wie der Mond und eins so gl\u00e4nzend wie die Sterne; ferner verlange ich einen Mantel von tausenderlei Pelz und Rauchwerk zusammengesetzt, und ein jedes Tier in Eurem Reich mu\u00df ein St\u00fcck von seiner Haut dazu geben.\u00ab Sie dachte aber: Das anzuschaffen ist ganz unm\u00f6glich, und ich bringe damit meinen Vater von seinen b\u00f6sen Gedanken ab. Der K\u00f6nig lie\u00df aber nicht ab, und die geschicktesten Jungfrauen in seinem Reiche mu\u00dften die drei Kleider weben, eins so golden wie die Sonne, eins so silbern wie der Mond und eins so gl\u00e4nzend wie die Sterne, und seine J\u00e4ger mu\u00dften alle Tiere im ganzen Reiche auffangen und ihnen ein St\u00fcck von ihrer Haut abziehen; daraus ward ein Mantel aus tausenderlei Rauchwerk gemacht. Endlich, als alles fertig war, lie\u00df der K\u00f6nig den Mantel herbeiholen, breitete ihn vor ihr aus und sprach: \u00bbMorgen soll die Hochzeit sein!\u00ab<\/p>\n<p>Als nun die K\u00f6nigstochter sah, da\u00df keine Hoffnung mehr war, ihres Vaters Herz umzuwandeln, so fa\u00dfte sie den Entschlu\u00df zu entfliehen. In der Nacht, w\u00e4hrend alles schlief, stand sie auf und nahm von ihren Kostbarkeiten dreierlei: einen goldenen Ring, ein goldenes Spinnr\u00e4dchen und ein goldenes Haspelchen; die drei Kleider von Sonne, Mond und Sterne tat sie in eine Nu\u00dfschale, zog den Mantel von allerlei Rauchwerk an und machte sich Gesicht und H\u00e4nde mit Ru\u00df schwarz. Dann befahl sie sich Gott und ging fort und ging die ganze Nacht, bis sie in einen gro\u00dfen Wald kam. Und weil sie m\u00fcde war, setzte sie sich in einen hohlen Baum und schlief ein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-503\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-2.jpg\" alt=\"\" width=\"460\" height=\"460\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-2.jpg 1215w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-2-480x480.jpg 480w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-2-600x600.jpg 600w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-2-768x768.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-2-36x36.jpg 36w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-2-180x180.jpg 180w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-2-705x705.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/p>\n<p>Die Sonne ging auf, und sie schlief fort und schlief noch immer, als es schon hoher Tag war. Da trug es sich zu, da\u00df der K\u00f6nig, dem dieser Wald geh\u00f6rte, darin jagte. Als seine Hunde zu dem Baum kamen, schnupperten sie, liefen rings herum und bellten. Sprach der K\u00f6nig zu den J\u00e4gern: \u00bbSeht nach, was dort f\u00fcr ein Wild sich versteckt hat.\u00ab Die J\u00e4ger folgten dem Befehl, und als sie wiederkamen, sprachen sie: \u00bbIn dem hohlen Baum liegt ein wunderliches Tier, wie wir noch niemals eins gesehen haben; an seiner Haut ist tausenderlei Pelz; es liegt aber und schl\u00e4ft.\u00ab Sprach der K\u00f6nig \u00bbSeht zu, ob ihr\u2019s lebendig fangen k\u00f6nnt, dann bindet\u2019s auf den Wagen und nehmt\u2019s mit.\u00ab Als die J\u00e4ger das M\u00e4dchen anfa\u00dften, erwachte es voll Schrecken und rief ihnen zu \u00bbIch bin ein armes Kind, von Vater und Mutter verlassen, erbarmt euch mein und nehmt mich mit!\u00ab Da sprachen sie: Allerleirauh, du bist gut f\u00fcr die K\u00fcche, komm nur mit, da kannst du die Asche zusammenkehren.\u00ab Also setzten sie es auf den Wagen und fuhren heim in das k\u00f6nigliche Schlo\u00df. Dort wiesen sie ihm ein St\u00e4llchen an unter der Treppe, wo kein Tageslicht hinkam, und sagten: \u00bbRauhtierchen, da kannst du wohnen und schlafen.\u00ab Dann ward es in die K\u00fcche geschickt, da trug es Holz und Wasser, sch\u00fcrte das Feuer, rupfte das Federvieh, belas das Gem\u00fcs\u2019, kehrte die Asche und tat alle schlechte Arbeit.<\/p>\n<p>Da lebte Allerleirauh lange Zeit recht armselig. Ach, du sch\u00f6ne K\u00f6nigstochter, wie soll\u2019s mit dir noch werden! Es geschah aber einmal, da\u00df ein Fest im Schlo\u00df gefeiert ward, da sprach sie zum Koch: \u00bbDarf ich ein wenig hinaufgehen und zusehen? Ich will mich au\u00dfen vor die T\u00fcre stellen.\u00ab Antwortete der Koch: \u00bbJa, geh nur hin, aber in einer halben Stunde mu\u00dft du wieder hier sein und die Asche zusammentragen!\u00ab Da nahm sie ihr \u00d6ll\u00e4mpchen, ging in ihr St\u00e4llchen, zog den Pelzrock aus und wusch sich den Ru\u00df von dem Gesicht und den H\u00e4nden ab, so da\u00df ihre volle Sch\u00f6nheit wieder an den Tag kam. Dann machte sie die Nu\u00df auf und holte ihr Kleid hervor, das wie die Sonne gl\u00e4nzte. Und wie das geschehen war, ging sie hinauf zum Fest, und alle traten ihr aus dem Weg, denn niemand kannte sie, und meinten nicht anders, als da\u00df es eine K\u00f6nigstochter w\u00e4re. Der K\u00f6nig aber kam ihr entgegen, reichte ihr die Hand und tanzte mit ihr und dachte in seinem Herzen: So sch\u00f6n haben meine Augen noch keine gesehen. Als der Tanz zu Ende war, verneigte sie sich, und wie sich der K\u00f6nig umsah, war sie verschwunden, und niemand wu\u00dfte wohin. Die W\u00e4chter, die vor dem Schlosse standen, wurden gerufen und ausgefragt, aber niemand hatte sie erblickt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-505\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-3.jpg\" alt=\"\" width=\"460\" height=\"460\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-3.jpg 1135w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-3-480x480.jpg 480w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-3-600x600.jpg 600w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-3-768x768.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-3-36x36.jpg 36w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-3-180x180.jpg 180w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-3-705x705.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/p>\n<p>Sie war aber in ihr St\u00e4llchen gelaufen, hatte geschwind ihr Kleid ausgezogen, Gesicht und H\u00e4nde schwarz gemacht und den Pelzmantel umgetan und war wieder Allerleirauh. Als sie nun in die K\u00fcche kam und an ihre Arbeit gehen und die Asche zusammenkehren wollte, sprach der Koch: \u00bbLa\u00df das gut sein bis morgen und koche mir da die Suppe f\u00fcr den K\u00f6nig, ich will auch einmal ein bi\u00dfchen oben zugucken, aber la\u00df mir kein Haar hineinfallen, sonst kriegst du in Zukunft nichts mehr zu essen!\u00ab Da ging der Koch fort, und Allerleirauh kochte die Suppe f\u00fcr den K\u00f6nig und kochte eine Brotsuppe, so gut es konnte, und wie sie fertig war, holte es in dem St\u00e4llchen seinen goldenen Ring und legte ihn in die Sch\u00fcssel, in welche die Suppe angerichtet ward. Als der Tanz zu Ende war, lie\u00df sich der K\u00f6nig die Suppe bringen und a\u00df sie, und sie schmeckte ihm so gut, da\u00df er meinte, niemals eine bessere Suppe gegessen zu haben. Wie er aber auf den Grund kam, sah er da einen goldenen Ring liegen und konnte nicht begreifen, wie er dahingeraten war. Da befahl er, der Koch sollte vor ihn kommen. Der Koch erschrak, wie er den Befehl h\u00f6rte, und sprach zum Allerleirauh: \u00bbGewi\u00df hast du ein Haar in die Suppe fallen lassen; wenn\u2019s wahr ist, so kriegst du Schl\u00e4ge!\u00ab Als er vor den K\u00f6nig kam, fragte dieser, wer die Suppe gekocht h\u00e4tte. Antwortete der Koch: \u00bbIch habe sie gekocht.\u00ab Der K\u00f6nig sprach: \u00bbDas ist nicht wahr, denn sie war auf andere Art und viel besser gekocht als sonst.\u00ab Antwortete er: \u00bbIch mu\u00df gestehen, da\u00df ich sie nicht gekocht habe, sondern das Rauhtierchen.\u00ab Sprach der K\u00f6nig: \u00bbGeh und la\u00df es heraufkommen.\u00ab<\/p>\n<p>Als Allerleirauh kam, fragte der K\u00f6nig: \u00bbWer bist du?\u00ab\u00a0\u2013 \u00bbIch bin ein armes Kind, das keinen Vater und Mutter mehr hat.\u00ab Fragte er weiter: \u00bbWozu bist du in meinem Schlo\u00df?\u00ab Antwortete es: \u00bbIch bin zu nichts gut, als da\u00df mir die Stiefel um den Kopf geworfen werden.\u00ab Fragte er weiter: \u00bbWo hast du den Ring her, der in der Suppe war?\u00ab Antwortete es: \u00bbVon dem Ring wei\u00df ich nichts.\u00ab Also konnte der K\u00f6nig nichts erfahren und mu\u00dfte es wieder fortschicken.<\/p>\n<p>\u00dcber eine Zeit war wieder ein Fest, da bat Allerleirauh den Koch wie vorigesmal um Erlaubnis, zusehen zu d\u00fcrfen. Antwortete er: \u00bbJa, aber komm in einer halben Stunde wieder und koch dem K\u00f6nig die Brotsuppe, die er so gerne i\u00dft.\u00ab Da lief es in sein St\u00e4llchen, wusch sich geschwind und nahm aus der Nu\u00df das Kleid, das so silbern war wie der Mond, und tat es an. Da ging sie hinauf und glich einer K\u00f6nigstochter, und der K\u00f6nig trat ihr entgegen und freute sich, da\u00df er sie wiedersah, und weil eben der Tanz anhub, so tanzten sie zusammen. Als aber der Tanz zu Ende war, verschwand sie wieder so schnell, da\u00df der K\u00f6nig nicht bemerken konnte, wo sie hinging. Sie sprang aber in ihr St\u00e4llchen und machte sich wieder zum Rauhtierchen und ging in die K\u00fcche, die Brotsuppe zu kochen. Als der Koch oben war, holte es das goldene Spinnrad und tat es in die Sch\u00fcssel, so da\u00df die Suppe dar\u00fcber angerichtet wurde. Danach ward sie dem K\u00f6nig gebracht, der a\u00df sie und sie schmeckte ihm so gut wie das vorigemal, und lie\u00df den Koch kommen, der mu\u00dfte auch diesmal gestehen, da\u00df Allerleirauh die Suppe gekocht h\u00e4tte. Allerleirauh kam da wieder vor den K\u00f6nig, aber sie antwortete, da\u00df sie nur dazu w\u00e4re, da\u00df ihr die Stiefel an den Kopf geworfen w\u00fcrden und da\u00df sie von dem goldenen Spinnr\u00e4dchen gar nichts w\u00fc\u00dfte<\/p>\n<p>Als der K\u00f6nig zum drittenmal ein Fest anstellte, da ging es nicht anders als die vorigen Male. Der Koch sprach zwar: \u00bbDu bist eine Hexe, Rauhtierchen, und tust immer was in die Suppe, davon sie so gut wird und dem K\u00f6nig besser schmeckt als was ich koche.\u00ab Doch weil sie so bat, so lie\u00df er es auf die bestimmte Zeit hingehen. Nun zog es ein Kleid an, das wie die Sterne gl\u00e4nzte, und trat damit in den Saal. Der K\u00f6nig tanzte wieder mit der sch\u00f6nen Jungfrau und meinte, da\u00df sie noch niemals so sch\u00f6n gewesen w\u00e4re. Und w\u00e4hrend er tanzte, steckte er ihr, ohne da\u00df sie es merkte, einen goldenen Ring an den Finger und hatte befohlen, da\u00df der Tanz recht lang w\u00e4hren sollte. Wie er zu Ende war, wollte er sie an den H\u00e4nden festhalten, aber sie ri\u00df sich los und sprang so geschwind unter die Leute, da\u00df sie vor seinen Augen verschwand. Sie lief, was sie konnte, in ihr St\u00e4llchen unter der Treppe, weil sie aber zu lange und \u00fcber eine halbe Stunde geblieben war, so konnte sie das sch\u00f6ne Kleid nicht ausziehen, sondern warf nur den Mantel von Pelz dar\u00fcber, und in der Eile machte sie sich auch nicht ganz ru\u00dfig, sondern ein Finger blieb wei\u00df. Allerleirauh lief nun in die K\u00fcche kochte dem K\u00f6nig die Brotsuppe und legte, wie der Koch fort war, den goldenen Haspel hinein. Der K\u00f6nig, als er den Haspel auf dem Grunde fand, lie\u00df Allerleirauh rufen, da erblickte er den wei\u00dfen Finger und sah den Ring, den er im Tanze ihr angesteckt hatte. Da ergriff er sie an der Hand und hielt sie fest, und als sie sich losmachen und fortspringen wollte, tat sich der Pelzmantel ein wenig auf, und das Sternenkleid schimmerte hervor. Der K\u00f6nig fa\u00dfte den Mantel und ri\u00df ihn ab. Da kamen die goldenen Haare hervor, und sie stand da in voller Pracht und konnte sich nicht l\u00e4nger verbergen. Und als sie Ru\u00df und Asche aus ihrem Gesicht gewischt hatte, da war sie sch\u00f6ner, als man noch jemand auf Erden gesehen hat. Der K\u00f6nig aber sprach: \u00bbDu bist meine liebe Braut, und wir scheiden nimmermehr voneinander!\u00ab Darauf ward die Hochzeit gefeiert, und sie lebten vergn\u00fcgt bis zu ihrem Tod.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-506\" src=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-4.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"710\" srcset=\"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-4.jpg 1191w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-4-378x480.jpg 378w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-4-473x600.jpg 473w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-4-768x974.jpg 768w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-4-1182x1500.jpg 1182w, http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/17_Allerleirauh-4-556x705.jpg 556w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<\/div><\/section><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-237","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=237"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":575,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237\/revisions\/575"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.pleasantnet.de\/maerchenzeit\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}