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Festspielhaus Hellerau nach der Sanierung 2011 -
Festspielhaus Hellerau nach der Sanierung 2011
HELLERAU
Europäisches Zentrum der Künste Dresden
Hellerau leuchtet
"Hellerau lebt aus einer großartigen Geschichte, die wir in die Gegenwart transformieren wollen. Es hat das Potential, das wichtigste Zentrum zeitgenössischer Künste in Ostdeutschland zu werden und nicht weniger als das wollen wir erreichen und leisten." So formuliert Dieter Jaenicke, der künstlerische Leiter des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau /Dresden, 2009 den Anspruch, mit dem der Mythos Hellerau als ein interdisziplinäres Experimentierfeld der Künste in Dresden neu belebt und weiter entwickelt werden soll.
Für diesen Neustart hat pleasant_net 2009 ein Erscheinungsbild entwickelt, das Hellerau als eine Destination der Moderne, als Ziel- und Ausgangspunkt zeitgenössischer Kunst positioniert. Ganz bewußt spielt das prägnante Logo mit der Symbolik der Haltestelle und öffnet gleichzeitig den Raum für ein Erschienungsbild, das genauso vielseitig und variabel ist, wie das Programm in Hellerau.
Der Mythos HELLERAU entwickelte sich im Kontext der Lebensreformbewegung aus der Vision des Unternehmers Karl Schmidt, der die Deutschen Werkstätten Hellerau gründete und mit der Wohnsiedlung Hellerau 1909 auch die erste deutsche Gartenstadt ins Leben rief. 1911 wurde das Festspielhaus Hellerau nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Tessenow erbaut. Tessenow setzte mit dem Festspielhaus die Ideen des Bühnenbildners Adolphe Appia und des Musikpädagogen Emile Jaques-Dalcroze in ein Raumkonzept um, das durch seine Klarheit und funktionale Struktur richtungsweisend für die Moderne wurde. Der von Appia konzipierte Saal mit versenkbarem Orchestergraben, frei installierbaren Bühnenelementen und Zuschauersitzreihen enthielt keine festen Einbauten, weder Bühne noch Vorhang, sondern wurde als eine „Kathedrale der Zukunft“ (Appia) konzipiert, in der Zuschauer und Darsteller zu einer geistigen und sinnlichen Einheit verschmelzen sollten. In einer relativ kurzen Phase bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges entwickelte sich Hellerau zu einem Laboratorium der Moderne. Künstler und Intellektuelle wie G.B. Shaw, Oskar Kokoschka, Stefan Zweig, Max Reinhardt; auch Franz Werfel, Rainer Maria Rilke, Paul Claudel, Gerhart Hauptmann suchten den Austausch und Inspiration in Hellerau.
Nach der kunstfremden Besetzung durch die Nazionalsozialisten und die sowjetische Armee wurde Hellerau nach 1989 Schritt für Schritt rekultiviert. Seit 2009 wird Hellerau als Europäisches Zentrum der Künste wieder ganzjährig bespielt .